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Freitag, 20. März 2015

Brust frei!








Wir frieren, der Elvis und ich.






Und er muss wegen seinem Image mit offener Brust draussen vor dem geschlossenen Lokal herumstehen. Bei 4 Grad.

Da schätze ich die Gasheizung im rolling sweet home. Egal, wo es steht, egal, was man sieht, wenn man aus dem Fenster schaut – es ist das cosy sweet home. Und wenn dann doch noch die Sonne hervorkommt und ich mit einem Buch auf dem Sofa liegen kann – es ist sauschön.


Ein Erlebnis der besonderen Art ist der Umfahrungsring von Bukarest. Eine schmale Strasse, oft in schlechtem Zustand, verstopft mit schmutzigen Lastwagen, führt von einem Vorort zum nächsten, vorbei an War-es-mal- oder Ist-es-noch-Fabriken, -Garagen, -Läden und -Wohnhäusern. Antwort: Es ist noch. Denn es hat überall auch Menschen, die sich dem Dunkelgrau und Dunkelbraun dieser Gegend farblich angepasst haben und irgendwie einfach da sind. Diese Beschreibung trifft natürlich auch auf die Hunde zu, nur dass einige von diesen, nämlich die frisch überfahrenen, zusätzlich mit der Farbe Rot geschmückt sind. Wenn man auf dieser Fahrt auch noch das Wetterglück hat mit Regen und Kälte, wird sie wirklich zu einem seelisch eindrucksvollen Erlebnis. Brust halbfrei – da würde auch der Elvis den Reissverschluss seines weissen Overalls ein bisschen mehr zuziehen. Und doch: die Tempel von X, die hängenden Gärten von Y, die Anfield Road, das Espenmoos in St.Gallen und eben die „Centura“ von Bukarest – muss man alles mal gesehen haben.

Andere Kraftplätze sind oft Orte am Meer, und zwar, wenn man sie in ihrer Winter-Agonie besucht, wenn ihnen das vermeintliche Fun-Gewusel entzogen worden ist. Hier am Schwarzen Meer, im letzten Ort vor der Grenze zu Bulgarien, finde ich diese Atmosphäre vor. Geschlossene Restaurants, verbarrikadierte Baracken, herumliegender Müll, sich langweilende Hunde und ein kalter Wind. „Schatz, lass uns Muscheln sammeln gehen!“